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Muss es denn so sein, dass jede wahre Liebe eine unglückliche Liebe ist? Glaubt man Schiller, dann kann es nur so sein. Denn er konstruiert ein Magazin der Liebe, in dem die Liebessehnsüchtigen als Gestrandete ihrer Leidenschaften erscheinen. Ferdinand und Luise lieben sich. Doch ihre Zuneigung wird einer harten Belastungsprobe unterzogen, da die Elternhäuser eine Ehe der beiden für ausgeschlossen halten. Die Interessenpolitik von Ferdinands mächtigem Vater Präsident von Walter verfolgt andere Pläne, als seinen Sohn mit einer „Bürgerkanaille“ zu vermählen. Geht es nach ihm, so soll Ferdinand die einflussreiche Mätresse Lady Milford ehelichen.

Doch Ferdinand, radikal in der Ausschließlichkeit seiner Liebe, provoziert den väterlichen Willen, indem er Luise um jeden Preis zu seiner Frau machen will. Bei einer Begegnung mit der auserwählten Lady Milford muss er erkennen, dass auch sie eine Unglückliche ist, eine an der Liebe zerbrochene Figur, deren Herz für Ferdinand entflammt ist und mit allen Mitteln um seine Gunst kämpfen will. Der Konflikt spitzt sich durch den zynischen Karrieristen Wurm zu, der aus verletzter Liebe – denn er hatte sich einst vergeblich Hoffnung auf Luise gemacht – dem Präsidenten von Walter den Vorschlag macht, Luises Vater verhaften zu lassen, um sie zu einem irreführenden Liebesgeständnis an den Hofmarschall von Kalb zu zwingen und damit Ferdinands Liebe aufzukündigen. Ferdinand fühlt sich durch Luise verraten und Misstrauen gedeiht in dem glühenden Herz. Der Liebesrasende wird zum rasenden Eifersüchtigen, der in blindem Wahn auf Zerstörung setzt.

Schillers Trauerspiel ist eine anatomische Versuchsanordnung über die romantische Utopie der Liebe. Wird Liebe im Fadenkreuz von Gefühlskultur, Eifersucht und Intrigen überdauern? Zerstört eine unterkühlte Welt der Vernunft die Liebe oder ist die Unbedingtheit der Liebe von vorneherein ein abstraktes Phantasma, das sich den Gesetzmäßigkeiten der realen Welt entzieht?

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Regie: Alice Buddeberg
Bühne: Sandra Rosenstiel
Musik: Stefan Paul Goetsch
Choreographie: Dorothee Ratzel

MP3 Download: I loved to love

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Die Musik zu Kabale und Liebe greift ein Stück auf, welches ich zuerst in der “Strudlhofstiege” von Doderer, die im Jahr 2008 in Wien aufgeführt wurde, verwendet habe. “Wo die Liebe hinfällt, weiss man nie, doch niemand ist Tabu” führt durch den ersten Teil des Abends, der Liebe. Für den zweiten Teil habe ich eine thematisch verwandte, doch stilitisch im Western angesiedelte Musik geschrieben, die in den Garagenband-Schlußsong “All I Want” mündet. Das Stück, das hier zu hören ist, ist die von mir eingespielte Demo-Version des Liedes, welches Phillip Hagmann als Lady Milford singt. Der Effekt auf der Stimme ist das mittlerweile äußerst bekannte “Autotune”.

Pressestimmen:

Regisseurin Alice Buddeberg konfrontiert in ihrer Göttinger KABALE UND LIEBE-Inszenierung den Sturm und Drang also mit den desillusionierenden Analysen des Spätstrukturalismus – und packt das Stück vor allem dort, wo wortwörtlich die Emotionen überfließen.
- Nachtkritik
Herausragend im Ensemble: Marie-Isabel Walke, die ihre Rolle nciht nur mit hoher Sprechkultur, sondern auch mit anrührender Intensität gestaltet. (…) Das Premierenpublikum ließ sich von der dichten Atmosphäre dieses Abends spürbar gefangen nehmen.
- Göttinger Tageblatt

Buddeberg bereitet dem Publikum ein in jeder Hinsicht gefälliges und großes Stück. (…) Auch was die Bühnenästhetik betrifft, beweist die Aufführung Stilsicherheit und schlichte Eleganz.
- Stadmagazin 37

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