Sie sind jung, unangepasst und brennen vor Leidenschaft. Wendla, Melchior und Moritz sind drei Teenager mitten in der Pubertät, die den aufkeimenden Gefühlsverwirrungen schutzlos ausgesetzt sind. Für ihr Aufbegehren gegen die einengende Welt der Erwachsenen müssen sie hart büßen: Wendla stirbt an den Folgen einer Abtreibung, Moritz erschießt sich aus Verzweiflung, und Melchior wird in eine Erziehungsanstalt gesperrt.
Wedekinds Kindertragödie beschreibt den quälenden Aufbruch einer Jugendgeneration, die auf sich alleine gestellt mit den Ängsten und der Überforderung der Heranwachsenden klar kommen muss. Es ist eine Jugend, die sich verloren zwischen den angepassten Werten des Elternhauses und ihrer Sehnsucht nach einem unergründeten Leben selbst orientieren muss, dabei unentwegt auf der Suche nach der eigenen Identität ist. Es ist eine Generation, die zum Scheitern verdammt ist. Eine Generation, die ein Leben stets im Angesicht des Todes führt.
Inszenierung Alice Buddeberg Bühne Sandra Rosenstiel Kostüme Martina Küster Musik Stefan Paul Goetsch Mit Johanna Diekmeyer, Johanna Falckner, Sarah Hostettler, Nikolaus Kühn, Alois Reinhardt, Daniel Sellier, Marie-Isabel Walke
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Die Musik zu Frühlings Erwachen zu schreiben, war eine der schönsten und anspruchsvollsten Aufgaben: innerhalb von sechs Wochen Probenzeit 7 Songs für 7 Darsteller zu schreiben, einzuspielen und sie mit den Kollegen einzustudieren war eine unglaublich schöne Erfahrung.
Pressestimmen
Regisseurin Alice Buddeberg erzählt die Geschichte nicht nach, sie legt einen Fokus. Weitgehend hat sie die Erwachsenen aus dem Geschehen verbannt, eine konsequente Entscheidung, denn sie lassen die Jung-Teens eh alleine mit sich und ihren existenziellen Nöten. Buddeberg beobachtet Wendla, Melchior, Moritz und die anderen bei ihrem Versuch, sich in der gerade erst entdeckten Welt einzufinden.
Klug hat die Regisseurin mit ihrem Ensemble die Charaktere entwickelt. Johanna Falckner spielt die 14-jährige Wendla. Das Mädchen stirbt nach einer dilettantischen Abtreibung, ihre Mutter hatte sie nicht aufgeklärt. Falckner zeigt Wendla ganz fein gezeichnet zwischen Kind und Frau. Sie besitzt viel Bühnenpräsenz und Souveränität. (…) Alois Reinhardt und Gastschauspielerin Johanna Diekmeyer haben zwei grandios-überzeichnete und urkomische Szenen.
Dass die sehr konsequent entwickelte Inszenierung polarisiert, machte das Premierenpublikum deutlich. (…) Das Gros jedoch applaudierte euphorisch – völlig zu Recht.
